Internatsschulen für Roma - ein heikles Thema
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Premier Fico erwartet bei der Gründung von Internatsschulen für Roma-Kinder auch negative Reaktionen seitens der EU. "Es wird großen Muts bedürfen und zweifellos werden sich alle aus dem Menschenrechtsbereich über uns hermachen", sagte er nach seinem Kontrollbesuch bei Vizepremier Dušan Èaploviè.
Fico zufolge hat die Slowakei zwei Alternativen. Entweder überlässt sie die Roma-Gemeinschaft ihrem aktuellen Schicksal, wodurch eine weitere, mehrere Tausend Mitglieder zählende Schicht entstehen wird, die nicht fähig sein wird, sich in die Gesellschaft zu integrieren, oder aber beginnt sie mit der Erziehung junger Menschen in Internatsschulen. Wie er anmerkte, sei dies ein äußerst komplexes Thema, mit dem sich die künftige Regierung in den kommenden vier Jahren wird auseinandersetzen müssen. "Jede atypische Vorgehensweise bei der Lösung der Roma-Problematik wird bestimmt angegriffen", sagte Fico mit dem Nachsatz, dass die Slowakei noch vor der Umsetzung dieses Projekts einen intensiven Dialog mit den zuständigen EU-Organen führen müsse. "Es scheint jedoch, dass es kein anderes System gibt. Es wurde schon vielerlei ausprobiert", betonte er.
Der Vizepremier Èaploviè ergänzte, dass er bei den Gesprächen mit Vertretern der EK sowie des Europarates bei manchen auf offene Türen gestoßen sei. Er hielt gleichzeitig fest, dass er den Vorschlag, Internatsschulen einzurichten, auch mit einigen Roma-Organisationen konsultiert habe, die ihn unterstützen. Die Roma-Kinder würden dort mit Einverständnis ihrer Eltern und Großeltern erzogen werden. Laut Èaploviè wolle die Regierung niemandem etwas aufzwingen, doch es nütze nicht, nur Geld in die Roma-Siedlungen zu pumpen. Die einzige Möglichkeit für eine Systemänderung sehe er in der Erziehung. Amnesty International warnt jedoch vor der Gründung von Internatschulen für Roma-Kinder. Sie behauptet, dass die Bemühung, sie von ihrer Lebensweise in den Roma-Siedlungen zu trennen, ein diskriminierendes Handeln darstelle. „Die Idee, die Roma-Kinder aus den Familien herauszureißen, um sie dann in die Internatschulen zu schicken, wobei sie eine Ausbildung in den üblichen Schulen in der Nähe ihres Zuhauses bekommen können, steht ganz im Gegensatz zu den besten Interessen des Kindes. Ein Herausreissen aus dem Familienmilieu ist ein Angriff auf ihre Identität,“ sagte die Programmdirektorin von Amnesty International für Europa und Mittelasien Halya Gowan.
[10. 03. 2010]
